Aale in Mecklenburg-Vorpommern

Der Europäische Aal lebt in den Flüssen, Seen, Bodden und Haffen des Landes und wandert zum Laichen Tausende Kilometer in den Atlantik. Er gilt als vom Aussterben bedroht. Hier findest du, was über seinen Lebensweg bekannt ist, welche Regeln 2026 gelten und welche Rolle er für die Fischerei spielt.

KI-generiertes Symbolbild im Stil eines Linoldrucks: Ein Aal schwimmt im flachen, grünlichen Wasser zwischen Schilf und Seegras, darüber ein Ufer mit Schilf, ein Ruderboot und Abendhimmel. Kein realer Ort.
KI-generiertes Symbolbild · Illustration, kein realer Ort

Der Aal in Zahlen

Die wichtigsten Eckdaten mit ihrer jeweiligen Quelle.

Gefährdung
vom Aussterben bedrohtEinstufung der IUCN, seit 2008 durchgehend „Critically Endangered“
Wanderstrecke
5.000 bis 7.000 kmbis in die Sargassosee, laut Thünen-Institut
Wachstumsphase
2 bis über 20 Jahreals Gelbaal in Binnen- und Küstengewässern, je nach Geschlecht und Lebensraum
Fang an der Küste
44,1 TonnenAal-Anlandungen der Küstenfischerei in MV 2025, LALLF
Fang im Binnenland
34,1 TonnenAalfang der Binnenfischerei in MV 2025, LALLF
Besatz seit 2009
rund 30 MillionenGlasaale und vorgestreckte Aale im geförderten Besatz bis Ende 2025, laut Land MV

Ein Fisch mit zwei Leben

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) verbringt den größten Teil seines Lebens in Binnen- und Küstengewässern. Als sogenannter Gelbaal wächst er dort je nach Geschlecht, Lebensraum und Region zwei bis über 20 Jahre heran. Dann verändert er sich: Der Körper wird silbrig, die Augen werden größer. Als Blankaal schwimmt er zurück in den Atlantik.

Wo genau er laicht, ist bis heute nicht beobachtet worden. Die Forschung geht davon aus, dass die Fortpflanzung in der Sargassosee stattfindet. Die Larven treiben mit den Meeresströmungen zurück nach Europa. In die Ostsee gelangen Aale nach Angaben des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) erst als junge Gelbaale.

In Mecklenburg-Vorpommern kommt der Aal in Flüssen wie Warnow und Peene vor, in Binnenseen, in den Bodden und im Stettiner Haff.

Den Lebenszyklus Schritt für Schritt

Wie das Land den Bestand stützt

Mecklenburg-Vorpommern setzt seit 2009 regelmäßig junge Aale in Flüsse, Seen und Küstengewässer ein. Nach einer Mitteilung der Landesregierung vom Juni 2025 kommen für den geförderten Besatz bis Ende 2025 rund 13,8 Millionen vorgestreckte Aale und knapp 16 Millionen Glasaale zusammen. Die Kosten von rund 5,5 Millionen Euro werden zu einem großen Teil aus EU-Mitteln getragen. Die Glasaale für die Küste stammen nach Angaben des LALLF aus Frankreich.

Der Besatz ist fachlich nicht unumstritten: Er setzt voraus, dass anderswo Glasaale gefangen werden. Der ICES empfiehlt für 2026, in allen Lebensräumen gar keine Aale zu fangen, ausdrücklich auch keine Glasaale für Besatz. Besatz kann örtliche Bestände erhöhen; ein Nutzen für den europäischen Gesamtbestand ist damit nicht nachgewiesen. Für das Flussgebiet Warnow/Peene weist der deutsche Umsetzungsbericht 2024 nach Modellrechnungen aus, dass das Ziel der EU-Aalverordnung erreicht wird.

Besatz und Bestand im Detail

Häufige Fragen

Darf man 2026 in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern Aale angeln?

Nein. Für Freizeitfischer und Angler gilt 2026 in den Meeresgewässern der EU ein ganzjähriges Fangverbot für Aal. In Mecklenburg-Vorpommern hat das Land dazu eine Allgemeinverfügung vom 4. Mai 2026 erlassen. Zufällig gefangene Aale müssen sofort zurückgesetzt werden.

Welche Regeln gelten für Aale in Binnengewässern in Mecklenburg-Vorpommern?

Nach der Binnenfischereiverordnung gilt ein Mindestmaß von 50 Zentimetern und eine Schonzeit vom 1. Dezember bis 28. Februar. Fischereiberechtigte und Gewässerbewirtschafter können strengere Regeln festlegen.

Warum gilt der Europäische Aal als gefährdet?

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Europäischen Aal seit 2008 als vom Aussterben bedroht ein. Der Nachwuchs an Glasaalen liegt seit Jahrzehnten weit unter früheren Werten. Als Ursachen gelten unter anderem Wanderhindernisse, Lebensraumverlust, Parasiten, Schadstoffe und Befischung.

Was ist Aalbesatz?

Beim Besatz werden junge Aale in Gewässer eingesetzt, damit dort mehr Tiere heranwachsen und später zum Laichen abwandern können. Für den geförderten Besatz in Mecklenburg-Vorpommern kommen nach Angaben des Landes von 2009 bis Ende 2025 rund 30 Millionen Glasaale und vorgestreckte Aale zusammen, unterstützt mit EU-Fördermitteln.

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Verwendete Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite wurden am 9. Oktober 2026 mit diesen Quellen abgeglichen.

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